Nach wie vor findet Mörike (1804-1875) nicht die Aufmerksamkeit, die ihm eigentlich zukäme - wohl auch, weil er sich nicht leicht den großen Tendenzen des 19. Jahrhunderts zuordnen läßt: Er ist kein Intellektueller wie Heine. Er mischt sich nicht in die großen politischen Debatten ein. Er thematisiert nicht die wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen. Er begehrt nicht gegen die Dominanz der deutschen Klassik auf; er ist kein Denkmalstürzer. Das Nebensächliche bekommt bei ihm besondere Bedeutung; es wird in einen ästhetischen Reflexionsprozeß hineingezogen, der mit lebensweltlichen Konkretisierungen einhergeht, so daß sich "Ästhetik"und "Geselligkeit" gegenseitig hervorbringen und spiegeln.
"Der vorliegende Band eröffnet weitere Perspektiven; mit dem Abschluss der Edition der Briefe Mörikes innerhalb der historisch-kritischen Ausgabe im Jahr 2007 und dem absehbaren Abschluss dieser Ausgabe sind [...] gute Grundlagen künftiger Forschung gegeben." Reiner Wild in: Forum Vormärz Forschung 13. Jg., 2007
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