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Judentum im Wiener Feuilleton (1848--1903)
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Judentum im Wiener Feuilleton (1848--1903)

Reprint 2013 ed.

Book Details

Format Hardback or Cased Book
Book Series Conditio Judaica
ISBN-10 3484651245
ISBN-13 9783484651241
Edition Reprint 2013 ed.
Publisher De Gruyter
Imprint De Gruyter
Country of Manufacture GB
Country of Publication GB
Publication Date Jan 1st, 1998
Print length 334 Pages
Weight 649 grams
Dimensions 23.40 x 15.60 x 2.10 cms
Ksh 18,000.00
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Sowohl die Rede über die Gruppe der Juden als auch die Rede über die Textsorte Feuilleton sind spezifische Diskurse der Moderne. Deren Interdependenz manifestiert sich in der Gemeinsamkeit der Qualitäten, die ein modernekritischer antisemitischer Diskurs den Phänomenen zuschreibt. Die Behauptung von der ''Verjudung'' der Moderne, die Behauptung von der ''Modernität'' des Feuilletons, das den Diskurs der ''Jüdischkeit'' reproduziere und den ''Verfall der Werte'' ebenso verkörpere wie den ''Niedergang der Kunst'', zeugen darüber hinaus von der Funktionalisierbarkeit der besprochenen Phänomene für den Herrschaftsdiskurs. Neben der differenzierten Aufarbeitung der diskursiven Implikationen der Komplexe ''Judentum'', ''Moderne'' und ''Feuilleton'' vor dem Hintergrund der aktuellen Studien aus Modernetheorie, Alteritätstheorie und Ästhetikgeschichte unternimmt es die Untersuchung vor allem, das Zusammenwirken von politischen und literarästhetischen Diskursen der Moderne am konkreten Text nachzuweisen. An den Feuilletons von Moritz Gottlieb Saphir, Ferdinand Kürnberger, Sigmund Schlesinger, Friedrich Schlögl, Karl Landsteiner, Betty Paoli, Daniel Spitzer, Ludwig Speidel und Theodor Herzl interessieren in diesem Sinne auch jene Literarisierungsstrategien, die zur Bestätigung bürgerlich-liberaler Identitätskonzepte eingesetzt werden. Die Analyse von Denkfiguren, die dem nationalistischen, misogynen und rassistischen Diskurs zugrunde liegen, erscheint dabei als einzige Möglichkeit, die untersuchten Bilder nicht selbst in der Untersuchung fortzuschreiben. In Nutzung des ideologiekritischen Potentials poststrukturalistischer Diskursanalyse wird auch in erster Linie die Frage nach der Ideologiehaltigkeit und Veränderbarkeit der Diskurse gestellt, werden die semantischen Mittel eines Textes jeweils auf ihre politische Funktion überprüft.


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