Kommunikation und Verstehen : Der Fall Jenninger ALS Beispiel Einer Semiotischen Kommunikationsanalyse
Book Details
Format
Paperback / Softback
ISBN-10
3631458959
ISBN-13
9783631458952
Publisher
Lang, Peter, Gmbh, Internationaler Verlag Der Wissenschaften
Imprint
Lang, Peter, Gmbh, Internationaler Verlag Der Wiss
Country of Manufacture
DE
Country of Publication
GB
Publication Date
Jul 19th, 2001
Print length
548 Pages
Weight
700 grams
Ksh 15,500.00
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Quality
Fast
Mit seiner Gedenkrede zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht löste der damalige Bundestagspräsident Philipp Jenninger im November 1988 einen Skandal aus, da er mit seinem unerwarteten Redestil und dem Ansprechen gesellschaftlicher Tabus öffentliche Reaktionen hervorrief, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.
Zahlreiche Wissenschaftler haben sich an einer Erklärung des Phänomens versucht, konnten aber nicht darlegen, warum ein und derselbe Text unterschiedliche Auslegungen in der Öffentlichkeit erfahren hat. Anstatt die zentralen Probleme der multiplen Interpretation und der Wirkungsdivergenz zu thematisieren, wurde eine bestimmte Leseart als die allein richtige herausgestellt. Es gibt aber nicht eine «richtige» und mehrere «falsche» Lesearten, sondern nur verschiedene «teilweise richtige» Lesearten; dies gilt besonders in bezug auf die Jenninger-Rede.
Diesem Problem begegnet der Autor in seiner Untersuchung, indem er neue Ansätze einer Kommunikations- und Verstehenstheorie auf der Basis des Zeichenbegriffs entwickelt, die zum einen auf der Semiotik von Peirce und Eco und zum anderen auf der Interpretationsphilosophie von Abel und Lenk beruht.
Somit bietet er eine semiotische Kommunikationsanalyse des gesamten Diskurses über den Fall Jenninger. Die öffentliche Reaktion in der Bundesrepublik Deutschland wird zurückgeführt auf den Grundkonflikt zwischen erwarteten legitimen Verhaltensweisen und gesellschaftlichen Normverletzungen, so daß der Skandal um die Jenninger-Rede als Folge eines kombinierten Tabu- und Erwartungsbruchs anzusehen ist.
An diesem Umgang mit der NS-Vergangenheit wird deutlich, daß sich die Deutschen – damals wie heute – in einer Identitätskrise befinden.
Zahlreiche Wissenschaftler haben sich an einer Erklärung des Phänomens versucht, konnten aber nicht darlegen, warum ein und derselbe Text unterschiedliche Auslegungen in der Öffentlichkeit erfahren hat. Anstatt die zentralen Probleme der multiplen Interpretation und der Wirkungsdivergenz zu thematisieren, wurde eine bestimmte Leseart als die allein richtige herausgestellt. Es gibt aber nicht eine «richtige» und mehrere «falsche» Lesearten, sondern nur verschiedene «teilweise richtige» Lesearten; dies gilt besonders in bezug auf die Jenninger-Rede.
Diesem Problem begegnet der Autor in seiner Untersuchung, indem er neue Ansätze einer Kommunikations- und Verstehenstheorie auf der Basis des Zeichenbegriffs entwickelt, die zum einen auf der Semiotik von Peirce und Eco und zum anderen auf der Interpretationsphilosophie von Abel und Lenk beruht.
Somit bietet er eine semiotische Kommunikationsanalyse des gesamten Diskurses über den Fall Jenninger. Die öffentliche Reaktion in der Bundesrepublik Deutschland wird zurückgeführt auf den Grundkonflikt zwischen erwarteten legitimen Verhaltensweisen und gesellschaftlichen Normverletzungen, so daß der Skandal um die Jenninger-Rede als Folge eines kombinierten Tabu- und Erwartungsbruchs anzusehen ist.
An diesem Umgang mit der NS-Vergangenheit wird deutlich, daß sich die Deutschen – damals wie heute – in einer Identitätskrise befinden.
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